Auch Katzen können sich erkälten, aber tränende Augen und Niesen bedeuten noch nicht, das die Katze den Katzenschnupfen hat, der eine schwere Erkrankung darstellt.
Es existieren 5 Erreger, die den eigentlichen Katzenschnupfen hervorrufen, daneben spielen einige Begleiterreger (Sekundärerreger) eine Rolle.
Die 5 Primärerreger sind:
- das feline Herpesvirus (FHV)
- das feline Calicivirus (FCV)
- Chlamydien (Bakterien)
- Bordetella bronchiseptica (Bakterien)
- Mycoplasma Spezies (Bakterien).
Der Katzenschnupfen ist vor allen Dingen für Tierheime, Katzenpensionen und Züchter ein Problem, da sich die Erreger besonders schnell verbreiten, wenn viele Tiere eng zusammengehalten werden.
Die Übertragung verläuft hauptsächlich durch direkten Kontakt von Katze zu Katze, aber auch eine indirekte Übertragung durch Menschen, Käfige und Futter ist möglich.
Die Ausscheidung des Erregers beginnt bereits nach 24 Stunden über Speichel, Augen-und Nasensekret und dauert erregerabhängig 1-3 Wochen (Felines Herpesvirus) bis lebenslang (Felines Calicivirus). Sie erfolgt nicht kontinuierlich, sondern kann nach einer kurzen Pause von neuem beginnen. Die Überlebensdauer in der Außenwelt beträgt beim Herpesvirus 24 Stunden, beim Calicivirus aber immerhin 21 Tage. Bei Chlamydien sind es wenige Tage. Die Virusübertragung erfolgt über Speichel und Nasensekret, Chlamydien werden überwiegend über das Augensekret ausgeschieden.
FHV Infektionen vergehen meistens schnell, nur selten kommt es zu Todesfällen, meist bleiben die Tiere latent infiziert. Das Wirtstier ist nur die Katze. Die Tiere haben Entzündungen des oberen Atemtraktes, Geschwüre auf Haut-und Schleimhäuten, Bindehaut-und Hornhautentzündungen und Aborte. Eine Übertragung auf den Menschen ist unwahrscheinlich.
FCV kommt ebenfalls ausschließlich bei der Katze vor, bei 50% der Tiere kommt es zur Spontanheilung. Die Symptome sind vor allen Dingen Geschwüre auf der Zunge und der Maulschleimhaut. Die Übertragung auf den Menschen ist unwahrscheinlich.
Bei einer Chlamydieninfektion sind hauptsächlich die Augen betroffen, es kommt zu Bindehautentzündungen, die Symptome verschwinden meist nach einigen Wochen, es können aber Rückfälle auftreten. Eine Übertragung auf den Menschen ist bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem und bei Tierbesitzern, die sehr eng mit ihren Katzen zusammenleben möglich (Bindehautentzündungen, Lungenentzündungen).
Bei einer Infektion mit Bordetella b. kommt es zu Erkrankungen des unteren Atmungstraktes (schwere Lungenentzündungen), empfänglich für den Errege sind Warmblüter, auch der Mensch, wobei eine direkte Übertragung von der Katze auf den Menschen nicht bekannt ist.
Die Mykoplasmeninfektion ist gut zu behandeln, befallen werden haupsächlich der untere Atmungstrakt und die Bindehäute. Eine pathogene Bedeutung der Übertragung des Erregers von Katzen auf den Menschen und andere Tiere ist nicht bekannt.
Impfstoffe gegen FHV, FCV, C. felis und B. bronchiseptica stehen zur Verfügung, mit denen sich der Katzenschnupfen gut kontrollieren lässt. Da es in Beständen mit vielen jungen Katzen, in Tierheimen und Katzenpensionen immer noch zu Problemen kommt, sollte das Impfschema, vor allen Dingen die Grundimmunisierung auf die Herkunft und das Alter der vorgestellten Katze vom Tierarzt abgestimmt werden.
Artikel zum Thema im Netz:
katze-und-du.at – Herpesvirus ist Hauptursache für Katzenschnupfen
miauinfo.de – Unterstützende Behandlung bei Katzenschnupfen
